Wer kennt das nicht: Die Wohnstube ist eingerichtet und nun soll noch ein Heimkino-Surround-Set hinzukommen. Ein Rundum-Sorglos-Set bietet Philips.

Philips bringt mit der Fidelio E6 einen langerwarteten Nachfolger der E5 auf dem Markt. Das Besondere sind die abnehmbaren Rear-Lautsprecher. Wie bei der E5 kommunizieren diese kabellos mit den Hauptlautsprechern und können frei im Raum aufgestellt werden. So kann man ganz unbeschwert den Mehrkanal-Klang bei der Wiedergabe genießen. Nach der Benutzung sollte man sie wieder auf die Basis stellen, denn dort werden sie geladen. Der Akku reicht locker für zwei Filme am Abend. Wenn die Rears wieder auf den Hauptlautsprechern stehen, werden sie automatisch als Verstärkung für den rechten und linken Kanal verwendet und die Musikanlage wird zu einem 2.1-System. Die beiden Rear-Lautsprecher verfügen über ein unabhängiges Bluetooth-Modul und können als eigenständige Bluetooth-Speaker agieren. Einfach mit in den Garten oder Balkon nehmen und dort seine Musik abspielen. Sie können sogar als Stereo-Paar verwendet werden. Großartig!

Das Display liegt unter dem Akustikstoff verborgen und ist dimmbar

Das Display liegt unter dem Akustikstoff verborgen und ist dimmbar

Bevor es richtig los gehen kann, wird zuerst die HCWeSet-App zum Einrichten und Verbinden mit dem Netzwerk installiert. Einzig der holprige Name der App macht uns etwas stutzig. Die Einrichtung war hingegen einfach und unkompliziert. Musik kann man über die App nicht direkt abspielen, dafür nutzt man Google Cast. Hat man das Bedürfnis, seine Lieblingshits vom Smartphone abzuspielen, verwendet man einfach Bluetooth mit dem aptX-Standard. Weitere Anschlussmöglichkeiten überzeugen auf voller Strecke. Dreimal HDMI, Koaxial, Optisch, Audio-In, Ethernet und USB lassen keine Wünsche offen. Der einzige Wermutstropfen ist die Steuereinheit. Diese befindet sich im rechten Hauptlautsprecher. Dadurch muss man alle Kabel erst dort hinführen, so dass, wenn man viele Geräte anschließt (bis zu sechs Kabel einschließlich Systemkabel, welches beide Hauptlautsprecher verbindet), liegen hat. Hier wäre aus unserer Sicht eine zentrale Box unter dem Fernseher, wo vermutlich auch die anderen Quellen stehen werden, besser gewesen.

Der Subwoofer strahlt die tiefen Frequenzen nach unten ab (Downfire)

Der Subwoofer strahlt die tiefen Frequenzen nach unten ab (Downfire)

Technische Details

Die Philips E6 ist auch für die Zukunft gerüstet. Mit HDMI 4K2K-Übertragung braucht man später, wenn man auf einen Ultra-High-Definition-Fernseher umsteigt, nicht auf die E6 verzichten. Leider beherrscht sie nur Dolby Digital und Pro Logic II-Surround-Sound, was die Tonwiedergabe im Vergleich zu einem externen AV-Receiver deutlich einschränkt. Denn wenn das Ton-Signal in einem anderen hochwertigen Format vorliegt, muss es erst umgewandelt werden und Informationen gehen verloren. Jedoch sind diese beiden vorinstallierten Formate völlig ausreichend für einen Kinoabend zu Hause. Wer schon NFC benutzt, braucht bei der E6 auch nicht darauf verzichten. Einfach das NFC-fähige Tablet oder Smartphone an den Lautsprecher halten, um diesen einzuschalten, die Bluetooth-Kopplung (apt-X) starten und mit der Übertragung der Musik beginnen. Im Gegensatz zu dem Vorgänger, der nur 4.1 wiedergibt, wurde die E6 als 5.1-Set entwickelt. Hinzugekommen ist der Center-Kanal. Ja, Sie lesen richtig – ein Kanal, kein weiterer Lautsprecher. Philips verbaut zwei Treiber im linken und rechten Lautsprecher, die in die Mitte gerichtet sind. Über diese werden dann hauptsächlich die Mitten wiedergegeben und man hat den Eindruck, dass ein fünfter Lautsprecher aufgestellt ist. Dies sorgt für eine bessere Sprachverständlichkeit bei Filmen und kommt nahe an ein echtes 5.1-System heran. Bei Consumer-Geräten testen wir natürlich den Klang, die Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit sowie den „WAF“, den Woman-Acceptance-Factor. Die tonale Wiedergabe ist wirklich gut. Sie reicht nicht an High-End-Heimkino-Anlagen heran, ist jedoch bedeutend besser als der Sound jedes TV-Lautsprechers und der meisten Soundbars. Die Basswiedergabe ist etwas zu voluminös, kann jedoch mit Hilfe der Fernbedienung gedrosselt werden. Die voreingestellten drei Sound-Modi (Musik, Voice und Movie) lassen die Wahl für die grobe Feinabstimmung. Wir verwenden sehr oft Voice bei Musik und Filmen, da die E6 immer noch genügend Bassdruck entwickelt und bei dieser Einstellung die Sprachverständlichkeit am Besten ist. Ein Heimkino-Feeling wird ab der ersten Sekunde aufgebaut.

Absolut schick ist der Lederriemen, mit dem man die Rear transportieren kann

Absolut schick ist der Lederriemen, mit dem man die Rear transportieren kann

WAF – Woman Acceptance Factor

Wie beim Vorgänger ist die Fernbedienung mit allen Funktionen ausstaffiert. Hier kann man dann die Lautstärke der Rear-Lautsprecher regeln, die Lippensynchronisation anpassen und eine der drei Sound-Modi auswählen (ohne kompliziert im Menü die Einstellung suchen zu müssen). Die Bedienbarkeit der Philips ist hervorragend einfach und intuitiv. So sollte es sein. Das Display befindet sich hinter dem Akustikstoff des rechten Schallgebers und kann bei Bedarf gedimmt werden. Doch da wären wir schon bei dem „WAF“ – der ist bei der Philips E6 sehr hoch. Wir haben keine Frau im Verlag gefunden, die diese Anlage nicht gut fand. Denn sie ist klein und mit ansehnlichem Akustikstoff verkleidet. Die kabellosen Rear-Lautsprecher können wieder „aufgeräumt“ werden.

Weitere Infos unter: www.philips.de

10

Philips Fidelio E6: Geniales HiFi-Heimkino Vergnügen
Wiedergabequalität77%
Ausstattung/Verarbeitung87%
Benutzerfreundlichkeit87%
Preis/Leistung83%
Vorteile
  • einfache Bedienbarkeit
  • gutes Klangbild
  • sehr hoher „Woman-Acceptance-Factor“
Nachteile
  • zu sehr bassbetont
  • Steuerungseinheit im Lautsprecher
84%Gesamtwertung
Leserwertung: (6 Votes)
59%

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