Vollends überzeugt haben uns die nuPro A-500 im Januar. So sehr, dass wir nun die großen Schwestern, die nuPro A-700, die kleinen Brüder nuPro A-200 sowie die Funkstrecke nuFunk mit großen Erwartungen dem Hörtest stellen.

Vor rund vier Jahrzehnten begann Günther Nubert mit der Konstruktion hervorragender Lautsprecher. Natürlich, unverfälscht und ehrlich sollten sie sein. Dabei achtete er nicht nur auf einen besonderen Klang und exzellente Materialen, sondern auch darauf, ein unübertreffbares Preis-Leistungs-Verhältnis bieten zu können. Noch 40 Jahre später vertritt die schwäbische Nubert electronic GmbH diese Prinzipien der „NuPhilosophie“. Besonders überzeugend finden wir die großartige Kundenfreundlichkeit des Unternehmens. In Schwäbisch Gmünd und Aalen bietet der Hersteller zwei große Fachmärkte mit zehn Hörstudios, zum Testen und Ausprobieren. Daneben besteht die Möglichkeit Produkte im Schauraum in Duisburg zu sichten, im Internet zu bestellen und 30 volle Tage zu testen oder die Lautsprecher mit der nuReality App in 3D ins eigene Wohnzimmer zu projizieren. Eine großzügig ausgearbeitete Internetseite informiert den Interessenten ausgiebig über einzelne Produkte, Neuigkeiten, Tests und vieles mehr und bietet eine telefonische Kundenberatung zum Nulltarif.

Sowohl die nuPro A-200, also auch die nuPro A-700, bieten analoge als auch digitale Anschlussmöglichkeiten. Zusätzlich besteht bei der A-700 noch die Möglichkeit, ein USB-Gerät aufzuladen

Sowohl die nuPro A-200, also auch die nuPro A-700, bieten analoge als auch digitale Anschlussmöglichkeiten. Zusätzlich besteht bei der A-700 noch die Möglichkeit, ein USB-Gerät aufzuladen

Rein ins Vergnügen

Kompliziert ist der Aufbau der großen nuPro A-700, dank der sorgfältig ausgearbeiteten Gebrauchsanweisung, nicht. Dennoch werden dazu zwei Personen benötigt, um die Standlautsprecher sicher stemmen zu können, denn knapp 28 Kilogramm (kg) bringt eine davon auf die Waage. Ganz alleine kann man hingegen die nuPro A-200 Kompaktlautsprecher aufbauen. Das ermöglichen die geringeren Maße, sowie ein deutlich niedrigeres Gewicht. Fertig aufgebaut, hat der Käufer erst einmal Zeit sich mit dem üppigen Sortiment an Zubehör auseinanderzusetzen, was man in dieser Dimension nur selten findet und gar nicht genug gelobt werden kann. Beide Aktivlautsprecher lassen sich über drei Digitaleingänge und einem analogen Cinch-Eingang – gegebenenfalls auch gleichzeitig – mit unterschiedlichen Quellen verbinden. Weiterhin ist es möglich die Drei- bzw. Zwei-Wege-Box drahtlos über nuPro Wireless zu nutzen.

Schnörkellos Schön

Nubert selbst beschreibt das Aussehen der Lautsprecher als „technisch“. Dem können wir nur zustimmen. Sowohl die A-200, als auch die A-700 sind in schwarzem oder weißem Schleiflack erhältlich und gleichermaßen schick. Um auch mit dem Äußeren einen besonders guten Klang zu unterstützen, verwendet das Unternehmen mitteldichte Faserplatten. Diese sorgen für ein reines Klangbild und wirken aktiv gegen störende Resonanzen. Auch die abgerundeten Längskanten sind kein zufälliger Entwurf aus der Designabteilung. Sie beugen effektiv Kantendispersionen vor.

Einzig die deutlich sichtbaren Schraubenköpfe am Rande des Hochtöners und der Mitteltöner stören uns etwas – Puristen mögen aber oft auch diesen Stil. Mithilfe einer beiliegenden schwarzen Stoffabdeckung kann dieses einfach umgangen werden, falls man es möchte.

Unter dem Tiefmitteltöner des A-200 findet sich das Kristalldisplay mit drei verschiedenen Anzeigemöglichkeiten. Über das Steuerkreuz können alle Einstellungen erreicht werden

Unter dem Tiefmitteltöner des A-200 findet sich das Kristalldisplay mit drei verschiedenen Anzeigemöglichkeiten. Über das Steuerkreuz können alle Einstellungen erreicht werden

Blick ins Innere

Der NuPhilosophie folgend, baut Nubert ausschließlich das Beste in seine Lautsprecher ein. Das merken wir schnell, während wir uns mit der Inneneinrichtung der kleinen und großen Klangwunder beschäftigen. Bei unseren beiden Geräten handelt es sich, der Größe geschuldet, einerseits um eine aktive Zwei-Wege-Box beim A-200, andererseits sogar um eine aktive Drei-Wege-Box (A-700). Beide nuPros beinhalten den gleichen neu entwickelten Hochtöner mit einer Seidenkalotte, deren Schwingspulendurchmesser 25 Millimeter beträgt. Die dahinterliegende bedämpfte Rückkammer enthält Ferrofluid und führt dadurch Wärme ab, um eine höhere Belastbarkeit zu garantieren.

Anders verhält es sich bei den Mittel- und Tieftönern. Hier unterscheiden sich die nuPro A-200 und die nuPro A-700 durch ihre Bauweise sehr. Als Drei-Wege-Box beinhaltet die A-700 nämlich ein separates 18-Zentimeter Chassis für den Mitteltonbereich, sowie zwei Langhub-Tieftöner mit Bass-reflexkonstruktion. Im A-200 findet sich neben dem Hochtöner noch ein 15-Zentimeter Chassis für den Mittel- und Tieftonbereich. Sowohl bei diesem Mittel- und Tieftöner, als auch den Langhubtieftönern des A-700, wirkt Nubert mit strömungsoptimierten Körben aus Aluminiumdruckguss mit gut belüfteten Zentrierspinnen Hitzestaus und Klangverwirbelungen entgegen.

In beiden nuPros arbeiten jeweils eine aktive DSP (Digitale Signal Prozessoren)-Weiche und zwei bzw. drei (A-700) Digitalverstärker. Einkommende Signale werden digitalisiert und von der Weiche in die Frequenzbereiche getrennt, bevor sie an die Endstufe weitergeschickt werden. Ankommende digitale Signale werden erst gar nicht umgewandelt und werden in digitaler Form direkt ausgegeben. Durch diesen direkten Weg wird Verschlucken und Verzerren von Klängen vermieden.

nuFunk

Mit dem nuPro Wireless-Zubehör bietet Nubert die Möglichkeit, drahtlos Musik vom Laptop, Tablet, CD- oder Blu-ray-Playern und vielen anderen Geräten abzuspielen. In diesem Test haben wir uns auf die hauseigene nuFunk-Reihe, bestehend aus einem USB-Sender, einem Sendermodul und einem Empfängermodul, konzentriert. Mit einer großzügigen Zahl an Zubehör (Stereo-Cinch-kabel, Netzsteckerteil, Stabantenne) werden sowohl das Sender- als auch das Empfängermodul in stabilen Kunststoffkoffern geliefert. Auch der USB-Sender kam schick und stabil verpackt bei uns an.

Wie bei den nuPro Lautsprechern können alle Informationen zum Aufbau der mehr als ausführlichen Gebrauchsanleitung mit Illustrationen entnommen werden. Drei verschiedene Beispielmöglichkeiten standen zur Auswahl und erleichterten die Einrichtung sehr. Ist alles verbunden, wird an beiden Modulen nacheinander der Pair-Knopf betätigt und sie verbinden sich unter Blinken innerhalb von zehn Sekunden. Dann wird das Licht solide. Gleichermaßen verhält es sich mit dem USB-Sender und dem Empfängermodul. Am Lautsprecher selbst muss dann nur noch der bespielte Eingang gewählt werden und es geht los.

Uns hat diese Drahtlosvariante vollends überzeugt. Jedes Sendermodul kann bis zu vier Empfängermodule auf eine Entfernung von 25 Metern beliefern. Dadurch entsteht die Möglichkeit den Raum optimal zu beschallen oder auch ein Multiroomsystem einzurichten. Auf optimalen Klang muss dabei auch nicht verzichtet werden, da die Komponenten geschlossene Verbindungen eingehen. Das wirkt positiv gegen Störgeräusche oder Detailverlust. Die Möglichkeit, ein auf die Nubert Lautsprecher abgestimmtes Drahtlosnetzwerk einrichten zu können, finden wir fantastisch und sind begeistert vom einfachem Aufbau und guter Klangqualität. Sie funktionieren natürlich auch mit anderen Lautsprechern. Absolut empfehlenswert!

Die Gehäuse des Empfängermoduls (links) und des Sendermoduls (rechts) von Nuberts nuFunk bestehen aus hochwertigem, gebürstetem schwarzem Metall

Die Gehäuse des Empfängermoduls (links) und des Sendermoduls (rechts) von Nuberts nuFunk bestehen aus hochwertigem, gebürstetem schwarzem Metall

Bedienung für Dummies

Sehr neugierig auf das Ergebnis der Verwendung von viel Know-How und technischen Glanzstücken, schalteten wir voller Spannung die zwei miteinander verbundenen nuPro A-700 an. Über das Steuerkreuz neben dem Kristalldisplay oder die mitgelieferte Fernbedienung, haben wir nun die Möglichkeit die Lautstärke, den nuPro Schriftzug oder einfach Nichts anzeigen zu lassen. Über das Steuerkreuz gelangt man auch in das Menü der nuPros und kann dort unterschiedliche Klangeinstellungen von –12 dB bis 12 dB in allen Frequenzbereichen, sowie Einstellungen zur Lautstärke, unterschiedlichen Presets, Quellen und weiteren Funktionen treffen. Auch über die Fernbedienung hat man Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie Lautstärke, Klangregelung, Stummschaltung und Quellenauswahl. Alle Informationen findet man mit klaren Illustrationen auch in der wirklich tollen Gebrauchsanleitung.

Wir haben uns bei beiden nuPro Modellen für den optischen Eingang entschieden und wählten dementsprechend mittels Fernbedienung als Quelle „Opt“.

Nubert bietet die Möglichkeit einen nuFunk USB-Sender an den Laptop anzuschließen und die Musik ohne Klangverlust über ein Empfängermodul den Lautsprechern zu füttern

Nubert bietet die Möglichkeit einen nuFunk USB-Sender an den Laptop anzuschließen und die Musik ohne Klangverlust über ein Empfängermodul den Lautsprechern zu füttern

Genial

Musik durchströmt den Raum. Wir sind ganz gefangen und glauben nicht so recht, was wir da hören. Das instrumentale Ambientewerk „Things Left Unsaid“ vom 15. und letztem Album „The Endless River“ der Band Pink Floyd wird so wahnsinnig akkurat vom nuPro A-700 dargebracht, dass uns erst einmal die Wort für das Gehörte fehlen. Details der Musik, welche man nie zuvor gehört hat, kommen ganz klar aus den Lautsprechern. Untermalt und getragen von einem tiefgründigen, runden Bassfundament entführt die sanfte, zauberhafte Melodie den Hörer in andere Welten. Dabei klingt die E-Gitarre nicht schrill, sondern klar und zusammenhängend. Dem Zupfen der Saiten kann nachgespürt werden, so realitätsnah ist diese Wiedergabe. Fast wirkt das Zusammenspiel der Höhen, Mitten und Tiefen wie ein Naturereignis. Der Bassdrop nimmt uns dann endgültig die Luft und wir sind überzeugt, nicht nur sehr gute Musiklautsprecher, sondern auch ausgezeichnete Heimkinokünstler gefunden zu haben.

Nun sind wir gespannt auf die „Kleinen“ und verkabeln schnell die A-200er. Auch hier sind wir über den guten Klang, der aus den doch viel kleineren nuPros, an unser Ohr gelangt, erfreut. Natürlich ist der Bassdrop nicht ganz so prägnant und tiefgehend, wie bei der größeren Schwester. Dazu fehlt der Resonanzkörper und die zwei zusätzlichen Tieftöner. Auch der Detailreichtum nimmt etwas ab, denn Mittel- und Tieftöner arbeiten hier nicht getrennt. Dennoch wird das anspruchsvolle Werk sehr detailreich und immer noch sehr mystisch wiedergegeben.

Weiter machen wir wieder mit dem nuPro A-700 und der Ouvertüre aus dem „Fliegenden Holländer“ von Richard Wagner. Mit einer unheilverkündenden leeren Quinte und dem Ruf der Hörner kündigt das Orchester den herannahenden Sturm an. Wir stehen direkt am Orchestergraben. Natürlich nicht wirklich, aber es fühlt sich so an. Sanft und hoffnungsvoll singt die Melodie von friedlichen Zeiten und kippt ins Finale. Die Musik kommt trotzdem nicht schrill aus den Lautsprechern, vielmehr werden die Disharmonien ausgekostet, erhalten Tiefe und Bedeutung. Dabei klingen die Klarinetten zwar hoch, aber nie zu dünn oder schrill, die Blechbläser zwar kraftvoll und stark, aber nie blechern. Das Orchester wird zum Sturm auf hoher See. Es entsteht eine Einheit, wobei die vielen kleinen Details nicht überfordern, sondern zur Vielschichtigkeit der Musik beitragen. Auch die nuPro A-200 macht hier eine gute Figur, selbst wenn wieder kleine Abstriche in der Detailwiedergabe und Fülle des Klangs zu machen sind. Ganz so wirklich und orchesternah wie die A-700 können sie das Werk nicht abspielen. Doch für ihre Klasse machen sie ihre Sache exzellent! Mit der nuPro-Serie gelingt Nubert wieder Unglaubliches und das zum kleinen Preis!

weitere Infos unter: www.nubert.de

Nubert nuPro A-700, A-200: NuTastisch
Wiedergabequalität92%
Ausstattung/Verarbeitung89%
Benutzerfreundlichkeit89%
Preis/Leistung97%
92%Gesamtwertung
Leserwertung: (3 Votes)
50%

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